fusion vs original und was das mochi damit zu tun hat

mochi lemonlove

„sag mal ist das mochi ein kunde von dir?“ ja, wenn man sich meine instagram posting anschaut, dann könnte man das annehmen (allerdings hätte ich sie dann entsprechend gekennzeichnet). warum ich so ein großer fan vom mochi bin ist leicht erklärt mit der qualität (einer der sehr wenigen orte, wo ich rohen fisch esse), dem konzept (erinnert mich einfach so an die california sushi lokale in LA), der lage (ein charmanter fleck im 2. bez, der mir sonst eigentlich nicht so gut gefällt. und einen parkplatz gibt es auch immer) und dem perfekten soda-zitron (genau richtig sauer). abgesehen davon haben sie seit einiger zeit auch das O.M.K. geschäft gegenüber, wo man allerlei take out speisen bekommt und asiatische zutaten für kulinarische DIY experimente. love. die yuzu-trüffel marinade und die chili-mayo haben mir schon ganz viele salate daheim schöngemixt und manchmal auch einfach nur eine avocado. das einzige was dem mochi meiner meinung nach fehlt, ist ein drive-in schalter (ist aber in der bobo-welt des 2. wohl eher nur ein wunschgedanke von mir).

aber eigentlich geht das alles noch ein stück weiter. ich liebe fusion food – die mischung von unterschiedlichen gewürzen, lebensmitteln und zubereitungsarten, die sich sonst nie gefunden hätten. genau so mag ich das. nicht falsch verstehen, ich freu mich jedesmal, wenn ich bei meinen tanten bin und die original persischen gerichte essen kann, die ich seit frühester kindheit kenne (und bei denen sie mich verfluchen, wenn ich sie „falsch“ nachkoche). ich esse auch mal gerne eine zwiebelrostbraten und fände es schrecklich, wenn mir der plötzlich mit zb koriander serviert wird. aber die meiste restliche zeit esse ich fusion food. und zwar schon länger als es das wort in meiner welt gibt.

meiner mutter ist das zu verdanken. ich denke ich wurde (generell und auch) kulinarisch „fusion“ erzogen. komplett unkonventionell – besonders für damals, immerhin wurde ich 77 geboren – habe ich von ihr ein geschmackliches best of aus persischer und amerikanischer küche mit österreichischen zutaten gekocht bekommen. und immer frisch. immer ohne viel salz oder zucker oder schwere saucen, aber auch ohne verbote. und immer reich an kräutern. bei mir gab es zb oft ganze petersiliesträuße in einem sandwich statt dem üblichen salatblatt.

that being said (dafür gibt es keine passende deutsche formulierung die mir einfällt) – es ist großartig, dass es menschen gibt die kulinarischen denkmalschutz betreiben. die bei rezepten ahnenforschung betreiben und immer weiter daran arbeiten dieses wissen auch für die nachwelt zu dokumentieren. bis zu einem gewissen grad sollte sich jeder damit auseinandersetzen, sonst gehen einem auch im fusion bereich irgendwann die ideen aus.

meine art zu kochen ist auch irgendwie fusion – zummindest finde ich das ein schönes wort für mein zutatenchaos. und ich würde es nicht anders haben wollen. darin bin ich gut und so macht es mir spass.

außerdem bin ich ja selber auch irgendwie fusion.

Share

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *