the one about: #ehrlichkeit

ehrlichkeit

was mir bei beziehungssachen (liebe, freundschaft) immer wieder auffällt, ist das eine grundproblem > ehrlichkeit. die wenigsten schaffen es sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. 

nehmen wir anlässe, da lässt sich das ziemlich gut verdeutlichen: „nein, wir schenken uns nichts“ und dann ist sie/er enttäuscht, wenn nichts unterm baum ist. ich glaube das hab ich fast jedes weihnachten bei irgendeinem paar erlebt.

der erste schritt wäre hier mal einfach für sich selbst festzustellen, was einem wirklich wichtig ist und dann auch nicht so zu tun als wäre es anders. beziehungen wären so viel einfacher, wenn man sich mehr überlegen würde was man selber möchte und dann genau das auch kommuniziert.

wie beim ich-tauch-mal-vorsichtig-meine-zehe-ein-tanz zwischen zwei leuten, die sich kennengelernt haben. manches mal schmerzhaft lange musste ich zusehen, wie hier ewig lang vermieden wird einen ersten schritt zu setzen (interessanterweise trägt alter nicht dazu bei, dass das hier schneller gelöst wird). jössas na, dann mach halt mal einen schritt auf ihn zu. ja, klar macht man sich verletzbar, aber – ganz ehrlich – man überlebt auch jede noch so große liebe, die tragisch ausgeht. und zu verlieren hat man nur die wertvolle zeit, die man schon längst gemeinsam verbringen könnte.

außerdem, auch hier wieder, anstatt sich nur zu überlegen, ob einen der andere mag, wäre es um einiges sinnvoller sich zu überlegen, ob und was man eigentlich selbst an der anderen person mag. dieser gedankengang fehlt mir viel zu oft in meinem freundeskreis. die angst vor zurückweisung ist vielen wichtiger, als die frage zb ob der partner überhaupt zu einem passt oder nicht.

ich überlege mir jeden tag, ob ich glücklich bin in meiner beziehung und entscheide mich ganz bewusst jeden tag neu für meinen partner. weil es bringt mir ja nichts, wenn mein partner sich für mich entscheidet und ich selber aber unglücklich bin, weil ich ganz etwas anderes will.

sehr schade finde ich auch, wenn frauen auf ihre „guten freundinnen“ hören, die sich dann ständig in ihre beziehungen einmischen (fast immer aus sehr fragwürdigen motiven, wie ich finde). oh wie liebe ich kommentare, wie „aber stört dich das denn gar nicht,<insert random item>? wenn ich du wäre…!

niemand hat das recht eine beziehung zwischen zwei menschen zu bewerten. solange beide glücklich sind, muss es kein anderer verstehen (und wenn sie beide gemeinsam unglücklich sein wollen, auch ok). bevor man sich hier ein problem aufschwatzen lässt, das es gar nicht gibt, sollte man in sich reinhören.

ich kann nur dringend jedem empfehlen auf keinen zu hören, sondern nur auf sich selbst. ich wünsche keinem eine beziehung, die darauf basiert andere damit glücklich zu machen. dafür ist das leben viel zu kurz.

das gilt übrigens auch für freundschaften – wenn man keine lust auf besuch hat, dann sagt es einfach. ist ja nichts dabei. ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt der nicht selber schon einmal keine lust hatte besuch zu empfangen. oder rauszufahren, oder oder oder…

nein sagen ist manchmal schon ganz gut. für einen selbst und die freundschaft oder beziehung.

weil je weniger kompromisse man macht, desto glücklicher ist eine beziehung. davon bin ich zumindest überzeugt. langfristig erzeugen kompromisse (in den wesentlichen dingen im leben) nur frust, passiv-aggressives verhalten oder streit. den spart man sich (oder hat ihn wenigens gleich), wenn man es von anfang an ehrlich kundtut, was man will.

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