the one about: #freundschaft

friendship

freunde sind familie die man sich aussuchen kann. und auch loswerden.

was ist freundschaft? wie definiert man freundschaft? gibt es eine zeitlose freundschaft? oder sucht man je nach bedarf lebens-abschnitts-freundschaften? diese themen beschäftigen mich in unregelmäßigen abständen, meist wenn sich etwas in meinem leben verändert.

ich behaupte die meisten freundschaften, sind eigentlich mehr bekanntschaften, die eine zeit lang gut in unser leben passen. sei es beruflich, weil man in der selben firma arbeitet und daher den alltag von einander versteht. sei es, weil man eine spielplatz-mutter ist, die sich andere mütter sucht. etc. dagegen gibt es auch nichts einzuwenden, ich habe selber ganz viele davon. sie haben eine ganz wichtige rolle in meinem leben und ich schätze sie sehr. ich bin mir aber im klaren darüber, dass bei diesen freunden eine einzige kleine änderung oft reicht, damit man sich aus den augen verliert.

eine besondere gattung sind meine onliner-freunde (nicht online, onlineR!). ja, ich nenne sie wirklich so. ich habe über twitter, facebook und co eine fülle an menschen (wieder) kennengelernt und zu einigen hat sich daraus eine richtige, wertvolle freundschaft entwickelt. mit ihnen teile ich die leidenschaft für all things digital und oft auch berufliches. sie sind die, die meinen alltag am besten verstehen und die auch oft meine sparring-partner bilden. mit ihnen kann ich meine begeisterung für neue facebook sticker teilen und sie wissen, dass ich zwar eine agentur habe, aber keine TV werbung mache :)

dann gibts da immer ein paar teen- & kindheitsfreunde. die, die alle peinlichen phasen (iro, undercuts, kurzhaarschnitte, grufti-phasen, cowboy-boots,…) miterlebt haben und dich nie vergessen lassen. meist hat man ein familäres urvertrauen ihnen gegenüber, immerhin kennt man sie oft schon fast ein leben lang. selten kennen sie den alltag von einem (oft sind sie beruflich auch ganz anders unterwegs). man trifft sie nicht oft, aber man weiß von einander, dass der andere immer da sein wird, wenn man ihn braucht. ganz gleich, wann man sich zuletzt gesehen hat. diese gruppe wird übrigens ruhig und laut je nach anzahl an schwangerschaften und kindern. die ersten 2 jahre verliert man sie ans eltern-sein, aber dann kommen sie wieder. die meisten zumindest.

und dann gibt es die ganz wenigen homebase-freunde, die es nur ganz selten gibt. die, die sogut wie alles von einem wissen. die, deren glück über dem eigenen steht. ich weiß gar nicht, warum ich in mehrzahl schreibe. ich habe selbst nur einen so einen menschen. und das reicht auch völlig. weil den platz muss man eh nur einmal besetzen.

ab uns zu passiert es übrigens auch, dass plötzlich jemand im leben auftaucht und es ist, als wäre diese person schon immer da gewesen. sehr selten. aber wenn, dann ist das schon ziemlich fein.

jedenfalls ist mein tribe ziemlich perfekt, wie er ist. und nicht sehr groß , weil mit fast 40 lässt man auch menschen ziehen, die einem zeit und energie rauben. immerhin möchte ich mein restlichen leben nicht damit verbringen mich nerven zu lassen – weil ab jetzt ändert sich ja sowieso keiner mehr (nicht, dass ich überhaupt je daran geglaubt habe, dass sich menschen ändern).

meine persönliche top 4 pet peeve liste der schlimmsten freundschaftssünden – alles gründe für eine vorzeitige bff-vertragsauflösung:

  • humorlosigkeit. mein persönlicher zugang ist, dass man sich über alles lustig machen darf, das veränderbar ist (d.h. frisur ja, nase nein). wer das anders sieht, ist mir zu anstrengend auf dauer. zumindest in meiner nähe.
  • emotionales-recycling. menschen, die dinge nicht gehen lassen können und ständig wieder davon anfangen, dass man ja „damals“ das und jenes gemacht hat. let it go or let it be.
  • fingerpointer a.k.a moralapostel. nicht werten und nicht bewerten lassen, ist mein motto. ich kann es nicht leiden es wenn menschen ständig über andere urteilen – besonders pauschal.
  • no mirror, mirror on the wall. menschen, die über ihr eigenes benehmen nicht reflektieren können, aber dann ganz schnell dabei sind andere zu kritisieren.
  • fehlende loyalität. weil über allem steht für mich loyalität im leben. allerdings lerne ich hier immer wieder, dass ich das von anderen kaum verlangen kann.

and they lived happily ever after? au contraire, mon frère!  freundschaften gehören nämlich auch laufend evaluiert. genauso wie ein überfüllter kleiderkasten. manchmal muss man menschen einfach gehen lassen. ist nicht leicht, macht aber sinn. und wer weiß, möglicherweise trifft man sich ja wieder. jedenfalls lohnt sich minimalismus was freundschaften angeht.

dafür bekommt dann auch jeder freund die aufmerksamkeit, die er verdient.

 

 

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