eat clean in 16?

whole30 lemonlove

„clean“, „detox“, schwachsinn. diäten? noch größerer schwachsinn. jedesmal wenn ich „detox“ lese oder höre muss ich unweigerlich mit den augen rollen.

alle paar jahre kommen ernährungsexperten mit irgendeinem neuen superfood oder superfaux daher. eier? uh, DAS böse. carbs? nur ja nicht. usw…

ich habe noch nie viel auf irgendwelche gut/böse trends gegeben. viel wichtiger ist es mir meinen eigenen körper zu kennen und zu wissen, was ihm gut tut (und mir schmeckt).

trotzdem wollte ich etwas ausprobieren, um aus meiner bisherigen kulinarischen routine auszubrechen und bin auf der suche nach ernährungsplänen (die nicht gleich zu einem vitaminmangel führen) auf whole30 gestoßen.

in kurz: 30 tage lange verzichtet man auf getreide, hülsenfrüchte, zucker und milchprodukte.

easy, easy…. easy? ich habe viel gelesen im vorfeld und auch ein paar postings in der whole30beginners gruppe auf facebook durchgeschaut (macht das nicht, das „wissen“ in diesen gruppen ist beunruhigend schlecht).

nachdem ich eh gerne selber koche, war es eigentlich nur eine kleine umstellung. milchprodukte (mit außnahme von greek yogurt) haben mir gar nicht gefehlt. getreide eigentlich auch nicht, weil dabei handelt es sich meistens eh nur um „füllmasse“. mit außnahme von meinem geliebten pierre croissant (neben soda zitron, eslamboli und earl grey meine vierte große kulinarische liebe).

verzicht auf hülsenfrüchte war schon schwerer – keine linsen, keine erbsen und keine fisolen waren eine große umstellung, weil ich die gern und oft esse.

spannend fand ich auch die berichte über den zucker-entzug. ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass es mir so gehen würde. aber dann kam der 3. tag ohne zucker (und ich verwende eigentlich kaum zucker irgendwo, weder in getränken, noch im essen) und ich fand mich mit weinerlicher semi-depression auf der couch wieder. grundlos.

via GIPHY

kann zufall sein, wird aber recht häufig genau so geschildert von menschen die selber auf zucker verzichten.

nach einer woche war ich schon an meine neue routine gewöhnt und habe großen gefallen am einkaufen und zubereiten der lebensmittel gefunden. gekocht habe ich ja schon immer gerne, aber die einfachheit bei whole30 hat mich erneut daran erinnert. es ist schon sehr schön, wenn man ganz genau weiß was in seinem essen drin ist.

und das führt auch zum einzigen „nachteil“ – auswärts essen ist sogut wie unmöglich. frühstück geht noch, wenn man zb eier (spiegeleier, weil bei omlette kann ja auch wieder etwas drin sein) isst und selbst da hab ich dann nachfragen müssen, ob sie in öl oder butter gebraten werden. nachdem ich nicht „die person“ sein will, die jeden kellner aufhält mit 1000 fragen und jede menge extrawünsche in der küche zubereiten lässt, habe ich versucht einfach mal eine zeit lang nicht zur essenszeit unterwegs zu sein. (anm: ein positiver nebeneffekt war, dass man sich so auch recht viel geld spart.)

was ich mir zur abwechslung (weil essen gehen, ging ja nicht mehr) bestellt habe, ist ein bio obst/gemüse kistl. normalerweise kann man da ja sagen, was man alles haben will, aber für mich war es eben nicht genau zu wissen das schöne. und dann zu überlegen, was ich daraus alles machen kann. es sind einige nette rezepte so entstanden (coming soon oder wann immer es sich halt ausgeht).

die ergebnisse zu 30 tagen whole30 sind bestimmt recht individuell, meine kann ich so zusammenfassen:

  • ich habe nach einer woche angefangen täglich ein bedürfnis nach kaffee zu entwickeln, was für mich neu ist – davor habe ich in der woche 1-2 kaffee getrunken.
  • meine augen sind nicht mehr müde am abend. ich habe das die letzten jahre immer auf die bildschirmarbeit zurückgeführt, aber ca 10 tage nach der umstellung habe ich aufgehört abends leicht verschwommen zu sehen. wenn man google glaubt, wird das auf zucker zurückgeführt, aber man findet ja auch wirklich viel schwachsinn im internet. ich weiß nicht ob es wirklich damit zu tun hat.
  • meine haut ist deutlich besser als vorher, das ist allerdings keine überraschung gewesen.
  • meine haare werden weniger schnell fettig. wie auch immer das zusammenhängen kann…
  • ich habe keinen hunger verspürt und trotzdem 6 kg abgenommen.
  • meine leistungsfähigkeit ist deutlich gestiegen – ich habe kein nachmittagstief mehr

 

fazit nach 30 tagen (und zwei ausnahmen, wegen bereits ausgemachten abendessen):

  • es ist überall zucker drin. ü-ber-all! man kann es sich nicht vorstellen…etiketten lesen wird zur pflicht und am besten man kauft einfach weniger dinge wo eines dran ist.
  • selber kochen ist wirklich die einzige alternative, wenn man sicher sein will
  • äpfel, mandeln, selleriestangen & beef jerky sind die besten snacks für unterwegs (getrennt von einander…wobei…hmmm…)
  • ein biokistl macht spass, weil es (wie beim essen gehen) nicht vorher schon klar ist, was man alles machen wird
  • die erste woche ist anstrengend, dann wird es plötzlich ganz normal obwohl große lebensmittelgruppen wegfallen

also so ein genereller verzicht auf eine lebensmittelgruppe, den möchte ich in meinem leben eigentlich nicht haben, aber ich werde bestimmt vieles davon beibehalten, weil es mir wirklich richtig gut gegangen ist. und das kistl von anna behalte ich auch – weil es einfach so liebevoll echt ist.

 

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Kommentare

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  1. says

    das macht mut! ich bin seit einer woche dabei, mich basisch zu ernähren: tonnenweise obst, gemüse; verzicht auf koffein, eier, fleisch- und fleischproukte, milchprodukte, alkohol, zucker (auch honig, ganz gemein), weißmehl, verarbeitete produkte. manche lebensmittel ändern ihre saure/basische eigenschaft mit der zubereitung, zb hülsenfrüchte werden je nach einweichzeit basisch. ganz richtig- gar nicht sooo schwer, sofern man zu hause kocht und isst! während 7 wochen in indien habe ich das easy geschafft, abgesehen von woche 3, wo ich einfach mal hohes fieber und gliederschmerzen bekommen hab. vielleicht ist das die entgiftung? bin jedenfalls gespannt auf neuerliche erkenntnisse… willst du dich jetzt weiterhin so ernähren oder stellst du langsam wieder um?

    • nina says

      ich möchte es beibehalten, allerdings nicht mehr ganz streng. milchprodukte habe ich fast schon komplett gestrichen, zucler stark reduziert und getreide auch. aber am besten tut mir einfach das kochen daheim. da lässt sich alles leicht dosieren :-)